Ist es nicht unmenschlich und schädlich, sich nur mit dem Positiven zu beschäftigen und das Negative zu verleugnen?
Wir haben ja schon festgestellt, dass Schokolade gut sein kann gegen Traurigkeit. Aber Einseitigkeit ist selten hilfreich, auch hier nicht.
Wer ausschließlich Schokolade isst, richtet sich zu Grunde.
Trauen Sie keiner Aussage, die das Negative grundsätzlich verleugnet.
Negative Gefühle wie Schmerz oder Trauer haben wichtige Aufgaben. Sie bewahren uns vor Schäden oder helfen uns bei der Bewältigung von traumatischen Situationen.
Aber stellen Sie sich einen Ambulanz-Arzt vor, der Unfallopfern gebrochene Beine richtet und wieder zur Atmung verhilft. Würden Sie diesem vorwerfen, dass er statt den Knochen zu schienen eine Wellness-Kur verschreibt? Oder würden Sie einer Kosmetikerin grundsätzlich zur Last legen, dass Sie keine Bypass-Operationen vornimmt? Sie würden es voraussichtlich nicht tun, da Arzt und Kosmetikerin unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen haben.
Der Ansicht von Dominik Dallwitz-Wegner nach muss man sich mit negativen Emotionen beschäftigen, um zu prüfen, was sie uns sagen wollen und ob Schaden vermieden werden kann. Darüber hinaus ist es jedoch meist hilfreich, sich positiv mit den Dingen auseinander zu setzen. Positives und Negatives haben ähnlich wie im Beispiel zuvor unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen.
Depression ist eine ernst zu nehmende Krankheit. Während eines starken Schubes kann zum Beispiel durch Medikamente der Schaden begrenzt werden. Ist aber eine gewisse Beruhigung eingetreten, kann u.a. durch ein Umdenken der Lebenseinstellung hin zu mehr Optimismus eine Reduzierung zukünftiger Schübe erreicht werden.
Ist ein nahe stehender Mensch verstorben, ist es ganz natürlich, zu trauern. Man sollte sich aber von der Trauer nicht langfristig lähmen lassen, sondern sich nach einer gewissen Zeit wieder dem Leben und Lebenden zuwenden.
Noch eine wichtige Erkenntnis: Die Steigerung des Glücks und der Zufriedenheit führt nicht dazu, niemals mehr aus der Balance zu kommen, sondern dazu, nach einem Schlag die Balance schneller wieder zu gewinnen.
Übertriebener Optimismus macht untauglich für das Leben.
Alles überschattender Optimismus ist verbunden mit Selbstüberschätzung und dem sogenannten Kontrollglauben. Hierbei ist man davon überzeugt, einfach alles in der eigenen Hand zu haben bzw. kontrollieren zu können. Aber Sie können einen Zug in voller Fahrt nicht auf den Schienen stehend mit der Hand stoppen wie Superman. Bitte versuchen Sie dies nicht! Übersteigerten Kontrollglauben gibt es zum Beispiel auch bei einigen Aktienanlegern oder Glücksspielern, die glauben, ein sicheres System entwickelt zu haben und damit leider alles verlieren.
Ein gesunder Optimismus hingegen stärkt Sie im Alltag und führt zu einem besseren, aktiveren und erfolgreicheren Leben.
