Soll, kann oder darf man Menschen zu Ihrem Glück zwingen?
Nein, eine Glücksdiktatur ist weder vertretbar, wünschenswert, noch wäre sie machbar.
In individualistischen Gesellschaften (v.a. Europa und Amerika) wird der Wert der persönlichen Freiheit sehr hoch angesetzt. Alleine dadurch verbietet sich in diesen Ländern ein genereller Zwang zum Glück.
Zudem ist aus Psychologie (z.B. Resilienzforschung), Soziologie und Geschichte abzuleiten, dass sich ein massiver Widerstand gegen einen Glückszwang entwickeln würde. Eine Glücksdiktatur hätte mit einer Widerstandsbewegung zu kämpfen. Unabhängig vom Thema lassen sich bestimmte Typen von Menschen nicht zu festgelegten Verhaltensweisen zwingen.
Ein weiteres Problem ist die Unsicherheit, was Glück genau ist. Man würde nicht wissen, wozu man die Bevölkerung jetzt genau zwingen müsste.
Dennoch gibt es seit Menschengedenken eine Art Glückszwang. Organisierte Gesellschaften definieren ein Gemeinwohl, dem sich der Einzelne unterzuordnen hat. Auch in der Erziehung werden Verhaltensweisen erzwungen, die für die vielleicht uneinsichtigen Kinder doch "nur das Beste seien". Dies ist ein Kompromiss, um - aus Elternsicht - Schäden zu vermeiden.
Aus Sicht der Glücksforschung und aus oben genannten Gründen ist ein Zwang zu Glück oder Zufriedenheit nicht sinnvoll. Statt dessen sollten die Möglichkeiten zur Entwicklung der eigenen Stärken, des Wohlbefindens und des Zufriedenheits-Potentials gegeben werden.
Höchst mögliches Glück und Zufriedenheit soll für jeden erreichbar sein, der es möchte.
